ūüďĚ Futterdeklaration - welche Arten der Deklaration gibt es und was geh√∂rt dazu?

Jeder, der schon einmal das Hundefutter¬†gewechselt hat, kennt es: Zun√§chst geht es darum, die Inhaltsstoffe der in Frage kommenden Futter besser zu verstehen. Oft wei√ü man dabei schon grob, welche¬†Fleischart es sein soll. Doch der Teufel liegt im Detail: Was sind die Kohlenhydratquellen, welche Zusatzstoffe sind¬†im Futter und was f√ľr tierisches Fleisch wird √ľberhaupt verwendet?


Einige dieser Fragen beantwortet die Futterdeklaration. Die Deklaration legt nach gesetzlichen Vorgaben die Art des Futters, die Zusammensetzung, die analytischen Bestandteile sowie verwendete Zusatzstoffe des jeweiligen Futters offen. 

Doch auch die Futterdeklaration liefert nicht immer direkte Antworten auf alle Fragen, da die Detailtiefe der Beschreibungen stark variieren. In diesem Blogartikel möchten wir Euch zunächst die verschiedenen Abschnitte der Deklaration erklären und Euch dann einen Überblick der Deklarationsarten geben.

Die vier Säulen der Futterdeklaration

ūüďĚ Art des Futters

Man unterscheidet in der Art des Futters zwischen "Alleinfuttermitteln" und "Erg√§nzungsfuttermitteln". Wie die Namen bereits ank√ľndigen, ist letzteres eine Erg√§nzung zum normalen Futter. Alleinfuttermittel hingegen decken den gesamten t√§glichen N√§hrstoffbedarf Eurer Vierbeiner und gelten als eine gesamthafte Mahlzeit. Eine Zugabe von Nahrungserg√§nzungsmitteln oder Snacks ist m√∂glich, aber kein muss, da Euer Vierbeiner durch das Alleinfuttermittel bereits alle wichtigen N√§hrstoffe erhalten. Alpenwuff ist beispielsweise ein Alleinfuttermittel und kann als einzige Nahrungsquelle f√ľr Eure Fellnasen dienen.

ūüď̬†Zusammensetzung

Die Zusammensetzung¬†des Futters gibt Aufschl√ľsse dar√ľber, welche Zutaten im Futter verarbeitet sind. Dabei sind Futtermittelhersteller dazu verpflichtet, die Zutaten entsprechend ihres Mengenanteils im Futter aufzulisten. Die Zutat, die an erster Stelle steht, nimmt also den gr√∂√üten Anteil im Futter ein. Die letzte aufgelistete Zutat macht hingegen den geringsten Anteil im Futter aus.

Doch gerade bei der Zutatenliste wird oftmals getrickst. Denn jeder Futterhersteller kann selbst entscheiden, ob alle Zutaten einzeln aufgelistet werden oder die Zutaten in definierten, oberflächlichen Kategorien angegeben werden. Werden alle Zutaten offengelegt, spricht man von einer offenen Deklaration. Werden die Einzelzutaten durch eine Kategorisierung eher verschleiert, spricht man von einer geschlossenen Deklaration. Diese beiden Arten der Deklaration werde ich unten nochmal genauer erläutern.

ūüď̬†Analytische Bestandteile

Jedes Alleinfuttermittel enth√§lt alle notwendigen N√§hrstoffe f√ľr Euren Hund. Die Auflistung der analytischen Bestandteile¬†zeigt Euch jedoch noch detaillierter, wie hoch die Anteile der einzelnen N√§hrstoffgruppen sind. Es ist somit eine Zusammenfassung der in¬†allen Zutaten¬†kombiniert enthaltenen N√§hrstoffe. Diese Angaben machen die unterschiedlichen Futter vergleichbar, da es ein einheitliches Analyseverfahren gibt. Angegeben werden m√ľssen:

  • Rohproteine, welche¬†den Anteil an Eiwei√üen im Futter beschreiben
  • Rohfett,¬†was den Anteil an Roh√∂len und Rohfetten beschreibt
  • Rohfaser,¬†was den Anteil an Ballaststoffen angibt
  • Rohasche,¬†die den Mineralstoffanteil angibt
  • Calcium und Phosphor sind die wichtigsten Mineralstoffe und¬†werden deshalb separat ausgewiesen.¬†Teilt man Calcium durch Phosphor sollte der Verh√§ltniswert zwischen 1.1 und 1.9 liegen. Alpenwuff hat einen "CaP"- Wert von 1.5.

Au√üerdem ist hin und wieder der Begriff Restfeuchte zu lesen. Diese muss nur angegeben werden, wenn der Wert √ľber 14% liegt, um auf Verderblichkeitsgefahr hinzuweisen. Er kann so wie bei Alpenwuff aber nat√ľrlich immer angegeben werden.

ūüď̬†Verwendete Zusatzstoffe

Zuletzt m√ľssen verwendete Zusatzstoffe offengelegt werden. Hierbei handelt es sich einerseits um ern√§hrungsphysiologische Zus√§tze, die sicherstellen, dass Euer Hund trotz der N√§hrwertschwankungen in den¬†Zutaten alle wichtigen¬†Vitamine, Spurenelemente und Aminos√§uren¬†erh√§lt. Es soll ja nicht dem Zufall √ľberlassen werden, ob Euer Hund alle notwendigen Vitamine in angemessener Menge zu sich nimmt. Daher ist es wichtig, stets einen kritischen Blick auf die ern√§hrungsphysiologischen Zusatzstoffe zu werfen, um sicherzustellen, dass es Eurem Hund mit dem Futter an nichts fehlt. Andererseits werden¬†technologische Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel, Antioxidantien und Bindemittel sowie sensorische Zusatzstoffe wie anlockende Farb- und Aromastoffe aufgef√ľhrt. Achtet bei technologischen und sensorischen Zusatzstoffen unbedingt darauf, welche Mittel eingesetzt werden - insbesondere, wenn ihr eigentlich auf¬†k√ľnstliche Zus√§tze verzichten m√∂chtet.

Zusammenfassend gibt es also vier Kerns√§ulen in Futterdeklarationen. Neben diesen vier¬†Aspekten m√ľssen Hersteller au√üerdem die Masse des Futters, das Mindesthaltbarkeitsdatum, eine Chargennummer, Hinweise zur vorgesehenen F√ľtterungsempfehlung sowie Kontaktm√∂glichkeiten und Anschrift der Firma offenlegen.

Arten der Futterdeklaration: verschiedene Detailtiefen

Der große Unterschied der Deklarationsarten liegt darin, wie viel der eigentlichen Zutaten offengelegt wird. Es gibt drei Arten von Deklarationen:

ūüď̬†Geschlossene¬†Deklaration

Bei der geschlossenen Deklaration werden die Zutaten in vordefinierten, oberfl√§chlichen Kategorien angegeben. Das sichert dem Hersteller die Geheimhaltung der Rezeptur zu. Doch f√ľr Euch als Hundebesitzer ist es bei so einer Art der Deklaration sehr schwer zu verstehen, was da eigentlich im Futter drinnen ist. Denn beispielsweise k√∂nnen laut dem aktuellen Leitfaden des¬†Bundesministeriums f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft (2021, S. 51)¬†"Alle Fleischteile geschlachteter warmbl√ľtiger Landtiere, frisch oder durch ein geeignetes Verfahren haltbar gemacht, sowie alle Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse aus der Verarbeitung von Tierk√∂rpern oder Teilen von Tierk√∂rpern warmbl√ľtiger Landtiere" unter dem Begriff "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" in der Deklaration beschrieben werden. Das bedeutet, dass nicht klar wird, ob es sich um Muskelfleisch oder gar Krallen und andere Nebenerzeugnisse handelt, die im Futter verarbeitet sind. Die Liste aller Kategorien und eine Erkl√§rung, was sich dahinter Verbirgt, findet ihr im Leitfaden zur Futterkennzeichnung des BMEL auf Seite 50 unter diesem Link.

ūüď̬†Halboffene Deklaration

Eine halboffene Deklaration gibt genauer an, was alles im Futter enthalten ist, verzichtet aber auf die Mengenangabe.¬†Statt von "Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen" wird bereits genauer angegeben, ob es sich um frisches Gefl√ľgelfleisch, Gefl√ľgelmehl, Gefl√ľgelfleischmehl oder tierische Nebenerzeugnisse von Gefl√ľgel handelt. Hier¬†lohnt sich ein genauer Blick, denn zwischen den Begriffen Gefl√ľgelmehl und Gefl√ľgelfleischmehl gibt es bereits einen entscheidenden Unterschied: Beim Fleischmehl handelt es sich um reines Muskelfleisch, w√§hrend Gefl√ľgelmehl erneut auch Schn√§bel oder Krallen enthalten kann. Was bei der halboffenen Deklaration nicht angegeben wird, sind jedoch die prozentualen Anteile der einzelnen Zutaten.

ūüď̬†Offene Deklaration

Die gr√∂√üte Transparenz bietet eine offene Deklaration. Hier wird der genaue prozentuale Anteil der einzelnen Zutaten offengelegt und detailliert beschrieben, um welche Zutaten es sich handelt. Die in der halboffenen Deklaration als Gefl√ľgelfleischmehl ausgewiesene Zutat wird beispielsweise zu "30% Gefl√ľgelfleisch getrocknet, davon 78% H√§hnchen-, 12% Truthahn-, 5% Enten- und 5% H√ľhnchenfleisch". Mit der offenen Deklaration ist es Euch als Hundebesitzern m√∂glich, das Futter bestm√∂glich zu verstehen.¬†¬†

Fazit

Es ist gar nicht so einfach den Dschungel an Informationen eines Hundefutters zu verstehen. Nun wisst ihr jedoch etwas besser, welche Informationen angegeben werden m√ľssen, wo und mit welchen Mitteln gerne getrickst wird und welche Arten der Deklaration es gibt. Uns bei Alpenwuff ist es wichtig, dass ihr die M√∂glichkeit habt, die Zutaten genau zu verstehen. Deshalb haben wir eine vollkommen offene Deklaration gew√§hlt. So k√∂nnt ihr bei Interesse genau nachschauen, welche Zutaten zu welchem Anteil enthalten sind und f√ľr Eure Vierbeiner eine gute Entscheidung treffen. Denn schlie√ülich kennt ihr die Vorlieben und Unvertr√§glichkeiten Eurer¬†geliebten Fellnasen am allerbesten!

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Ver√∂ffentlichung freigegeben werden m√ľssen