🎿 Skitouren mit Hund

Calu beim SkitourenEin großer „Hype“ nach zwei Skisaisons mit stark eingeschrĂ€nktem Liftbetrieb in der Alpenregion ist das Skitouren. Pure Muskelkraft ersetzt den Lift und ermöglicht, dass wir nicht auf unsere geliebten Abfahrten verzichten mĂŒssen. Auch Lea von Alpenwuff hat das Skitouren fĂŒr sich entdeckt und geht natĂŒrlich am allerliebsten mit Calu auf den Berg.

In diesem Artikel beschreibt Lea, wie sie mit Calu das Skitouren geĂŒbt hat, welche Erfahrungen und Tipps sie Euch zum Aufsteigen und Abfahren mit Fellnase geben kann und was den Reiz von Skitouren mit Hund ausmacht.

  

đŸ•”ïžâ€â™€ïž Was ist eigentlich Skitouren?

Die „Flachlandtiroler“ unter Euch fragen sich jetzt vielleicht, was Skitouren ĂŒberhaupt ist. Daher ein kurzer Exkurs dazu: Das Skitouren ist eine winterliche Bergsportart, bei der man mit Skiern zunĂ€chst den Berg selbst hinaufsteigt und anschließend abfĂ€hrt. Das Aufsteigen mit Skiern wird mit Hilfe von Skifellen möglich, welche unter den Ski geklebt werden. So rutscht der Ski nicht weg, sondern hat einen festen Halt und man kann Ă€hnlich wie mit Schneeschuhen den Berg hinaufsteigen. Oben angekommen, werden die Felle entfernt und der Schneesportler kann wie beim normalen Skifahren abfahren. Snowboarder aufgepasst: Mit so genannten Splitboards können die Aufstiegsskier fĂŒr die Abfahrt auch zum Snowboard verbunden werden. Der besondere Reiz beim Skitouren ist, dass man entweder die altbekannten Pisten hochlaufen kann oder auch abgelegene Routen durch stille WĂ€lder und Winterlandschaften beschreiten kann. Gerade letzteres ermöglicht oft einzigartige Abfahrten durch sanften Pulverschnee. Das gefĂ€llt schneeverrĂŒckten Zwei- und Vierbeinern gleichermaßen. 
 

🚀 Hört sich spannend an. Wie kann ich loslegen?

Wie mit jeder neuen FreizeitaktivitĂ€t verhĂ€lt es sich auch mit dem Skitouren: Man muss es einfach mal ausprobieren. Um Calu nicht unnötig zu verunsichern, habe ich mich erstmal selbst auf die Bretter gestellt und geschaut, ob Skitouren etwas fĂŒr mich ist. Das wĂŒrde ich auch jedem Einsteiger erstmal ans Herz legen, denn die BewegungsablĂ€ufe beim Skitourensollten zunĂ€chst gut sitzen und die Technik etwas geĂŒbt werden, bevor es mit der Fellnase losgeht. So spart man sich beim Aufstieg Nerven und vor allem viel Energie.  Skitouren-AusrĂŒstungen kann man in den meisten Skiverleih-Stationen Ă€hnlich wie normale Skier leihen. Am Anfang hilft es, einen Lehrer oder Freund zu haben, der einem die Grundlagen zeigen und die AusrĂŒstung erklĂ€ren kann. Als Route sind im Internet einige als „fĂŒr AnfĂ€nger“ gekennzeichnete Touren zu finden. Alternativ kann man auch eine Piste als Einstieg in die Skitouren-Karriere wĂ€hlen. Aus MĂŒnchen heraus bieten sich fĂŒr AnfĂ€nger beispielsweise der Roßkopf am Spitzingsee oder der Braunegg in Lenggries als Einsteigertour an. Weitere Tipps findet ihr hier.
 

🆙 Die Fellnase ans Skitouren heranfĂŒhren und aufsteigen

Sobald ihr ein bisschen Skitouren Routine habt, macht es natĂŒrlich umso mehr Spaß, wenn eure Fellnase Euch begleitet. Da Calu den Schnee einfach liebt, war schnell klar, dass er genau der richtige Begleiter auf Touren ist.
 
Doch der Koordinationsaufwand ist gerade am Anfang nicht zu unterschĂ€tzen. Das wurde mir unfreiwillig schnell bewusst: Auf den ersten Metern lief Calu zuerst vorne auf meine Skier, sprang dann von rechts nach links und schneller als ich bis drei zĂ€hlen konnte, war ein riesiges Kuddelmuddel aus Leine, Skistöckern, Skiern und Handschuhen entstanden. Daher: schaut, dass ihr Euch vor dem Losgehen gut sortiert und den Hund seitlich von Euch halten könnt. Ist der Hund es gewohnt mit einer langen Leine vor Euch zu laufen, sollte dies auch gut funktionieren. Am besten ĂŒbt ihr die BewegungsablĂ€ufe zunĂ€chst in einem ruhigen Bereich wie beispielsweise einem Forst- oder Ziehweg mit einer weiteren Person, die Euch im Notfall unterstĂŒtzen kann.
 
Wichtig ist, dass Euer Hund konditionell fit sein sollte. Je nach SchneeverhĂ€ltnissen und ausgewĂ€hlter Tour hat er eine Menge Muskelarbeit vor sich, um sich durch den Schnee zu arbeiten. Entsprechend versichert Euch auf jeden Fall vorher, dass Eure Fellnase gesundheitlich fĂŒr eine Skitour geeignet ist. Beginnt am besten erstmal mit einer kurzen Tour, zur Eingewöhnung.
 

🎒Was nehme ich fĂŒr meinen Vierbeiner mit auf den Berg?

ZusĂ€tzlich zu Eurer AusrĂŒstung solltet ihr natĂŒrlich beim Skitouren auch fĂŒr Euren Vierbeiner ein paar Sachen einpacken.

đŸ¶ Wir empfehlen, dem Hund am Berg immer ein Geschirr anzulegen, sodass er im Ernstfall besser zu greifen ist und keine Gefahr besteht, dass er sich mit dem Halsband an Ästen oder Felsen verfĂ€ngt und sich möglicherweise stranguliert.

đŸ¶Â Außerdem hatten wir ja schon gesagt: Eine Skitour ist auch fĂŒr Euren Hund eine sportliche Höchstleistung. Deshalb solltet ihr an einen Faltnapf, Wasser und etwas Futter denken, wenn es auf den Berg geht. So könnt ihr – oben angekommen - gemeinsam eine Jause mit guter Aussicht genießen.

đŸ¶Â Zuletzt empfehlen wir, gerade bei lĂ€ngeren Touren sowohl eine lange als auch eine kurze Leine dabei zu haben. Das lĂ€sst Euch FlexibilitĂ€t und ihr könnt in verschiedenen Situationen gut reagieren. Aber braucht man ĂŒberhaupt eine Leine?
 

🩼 Leine beim Skitouren?

Zu dieser Frage ist online eine echte Diskussion entbrannt. Ein Lager spricht sich aus RĂŒcksichtnahme gegenĂŒber anderen, hundelosen Skitourern und den im Winter besonders wichtigen Tierschutzzonen klar fĂŒr eine Leinenpflicht aus.
 

Auf der anderen Seite kann Eure Fellnase natĂŒrlich viel besser einen eigenen Aufstiegsrythmus finden, wenn sie nicht an der Leine neben Euch herlaufen muss und gezwungen ist, sich Euch anzupassen. Calu liebt es beispielsweise, ein bisschen vorzulaufen, sich im Schnee zu wĂ€lzen und dann weiter vorne wieder auf mich zu warten. Deshalb ist unsere Meinung, dass diese Frage wie auch beim Spazierengehen hundespezifisch beantwortet werden sollte.

Hört Eure Fellnase so gut, dass sie jederzeit auf Euren RĂŒckruf reagiert, bei Euch bleibt und nicht in gekennzeichnete Tierschutzgebiete oder zu anderen Skitourern abdreht, finden wir es absolut vertretbar, dass Eurer Liebling ohne Leine am Berg herumlĂ€uft. ⚠ Seid ihr Euch jedoch unsicher, ob Euer Hund wirklich reagiert oder ist klar ausgeschildert, dass aufgrund von Wildtieren oder PistengerĂ€t eine Leinenpflicht besteht, empfehlen wir am Berg lieber einmal mehr die Leine anzulegen! 

 

⛷ Tipps zum Abfahren mit Hund

Zuletzt noch einige Gedanken zum Abfahren mit Hund. Denn auch wenn man vielleicht zunĂ€chst denkt, das Abenteuer ist mit dem Aufstieg zu Ende, so braucht auch die Abfahrt nochmal eine gute Konzentration. Gerade mit Vierbeinern ist das Abfahren gar nicht so einfach und sollte vor einer großen Tour gut geĂŒbt werden, sodass Euer Liebling nicht „unter die Skier kommt“. Eure Fellnase muss lernen, dass sie weder den aufgewirbelten Schnee jagen kann noch sehr nah bei Euch laufen kann, denn es besteht die Gefahr von Schnittwunden durch die Skikanten. Am Berg konnte ich bisher drei verschiedene Techniken zum Abfahren mit Hund beobachten:
 
#1 Sitzend abwarten und RĂŒckruf: Eine Möglichkeit besteht darin, dass ihr euren Vierbeiner absetzt und ihn zunĂ€chst warten lasst wĂ€hrend ihr ein paar SchwĂŒnge abfahrt. Nach ein paar Metern bleibt ihr stehen und ruft den Hund zu Euch. Wenn ihr mit mehreren unterwegs seid, kann auch eine Person beim Hund bleiben und so kann Euer Liebling immer von Person zu Person den Berg hinunterfliegen. Auf dem Bild vor dem Gipfel haben wir dies mit Calu geĂŒbt.

#2: Große lange Serpentinen: Am Anfang habe ich das Abfahren mit Calu geĂŒbt, indem wir sehr große Serpentinen gefahren sind und vor jeder Kurve angehalten haben. Calu ist dabei die ganze Zeit bergseitig neben mir gelaufen. So konnte ich sicherstellen, dass das Tempo nicht zu schnell wird und Calu immer in meiner NĂ€he bleibt. Diese Technik funktioniert auch sehr gut an der kurzen Leine. Ich nutze sie vor allem fĂŒr Abfahrten bei Pistenskitouren oder, wenn viel los ist!
 
#3 Shuttleservice: Die letzte Option ist der Shuttleservice nach unten im Rucksack oder einer Hundetrage. Gerade kleinere Vierbeiner werden auch gerne mal im Rucksack abgefahren. FĂŒr grĂ¶ĂŸere Hunde gibt es extra Hundevorrichtungen zum Abfahren am Berg. Das haben wir bisher nur bei anderen gesehen, denn mit seinen 30 kg ist Calu einerseits zu schwer. Andererseits liebt er die Abfahrten so sehr, dass es ihm glaube ich gar nicht gefallen wĂŒrde, wenn er nicht selbst laufen dĂŒrfte.
 
Insgesamt solltet ihr beim Abfahren im Blick halten, dass ihr nicht zu schnell macht. War die sportliche Leistung beim Hochgehen fĂŒr Dich und Deinen Vierbeiner noch sehr Ă€hnlich, so ist die Abfahrt fĂŒr Dich auf Skiern doch wesentlich leichter als fĂŒr Deine Fellnase. Außerdem solltet ihr immer im Blick halten, auf was fĂŒr Schnee Euer Vierbeiner lĂ€uft und schauen, dass er sich bei schlechteren beispielsweise vereisten Bedingungen nicht die Pfoten wund lĂ€uft.
 
 

💯 Fazit: Skitouren mit Hund ist die Lösung fĂŒr skibegeisterte Hundefreunde 

FĂŒr Calu und mich steht fest: Skitouren ist unser Ding. Den großen Reiz sehe ich darin, dass Calu nicht mehr allein zu Hause warten muss, wĂ€hrend die Familie Spaß beim Skifahren hat. Nun kann auch er dabei sein und die tollen Aussichten, den Pulverschnee und die Sonne auf ausgiebigen Touren genießen.
Lea und Calu von Alpenwuff auf dem Berg
 

Lust mal eine Skitour mit Hund zu probieren?

Wenn Du Lust hast, das ganze rund um MĂŒnchen einfach mal auszuprobieren, melde Dich gerne bei mir (Lea) und wir schauen, ob wir ein Alpenwuff Community Event daraus machen! 👏

 

 

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