🔍 Ist mein Hundefutter gut?

Ist mein Hundefutter eigentlich gut? Was ist gutes Hundefutter? Und welches Hundefutter ist das beste? Diese Fragen stellen sich viele Hundebesitzer, wälzen sich durch unzählige Blogartikel und hangeln sich von Hundefutter Test zu Hundefutter-Test. Doch wie bewerte ich, ob ein Trockenfutter für Hunde gut ist?

In diesem Blogartikel möchten wir Euch diese Frage beantworten, geben Euch Fragen für eure eigene Analyse an die Hand und fassen zusammen, was für uns ein gutes Futter ausmacht.

🔍 Bewertung und Analyse von Hundefutter anhand von 5 Aspekten

Um ein Hundefutter ganzheitlich zu verstehen, und zu sehen, was ein Futter tatsächlich zu bieten hat, empfehlen wir die Beleuchtung von fünf Aspekten

5 Aspekte zur Analyse und Bewertung von Hundefutter


1️⃣ Deklaration genau verstehen

Die Futterdeklaration legt nach gesetzlichen Vorgaben die Art des Futters, die Zusammensetzung, die analytischen Bestandteile sowie verwendete Zusatzstoffe des jeweiligen Futters offen. Hier erhaltet ihr einen ersten Eindruck, was tatsächlich im Futter enthalten ist. Es ist Herstellern jedoch freigestellt, mit welcher Detailtiefe und Transparenz sie die einzelnen Bestandteile offenlegen.

Hundefutter kann "offen", "halboffen" oder "geschlossen" deklariert werden. Bei einer geschlossenen Deklaration werden lediglich Kategorien an Inhaltsstoffen angegeben, während bei einer offenen Deklaration detaillierte Prozentangaben zu den einzelnen Inhaltsstoffen dargelegt werden. Um ein Futter wirklich zu verstehen, ist in unseren Augen eine offene Deklaration, die ein genaues Verständnis der Inhaltsstoffe und ihres Anteils im Futter ermöglicht, unumgänglich. Für uns ist es damit ein Qualitätsmerkmal, dass die Mengenangaben der Inhaltsstoffe und die Inhaltsstoffe selbst offen dargelegt werden. 

Neben dem Transparenzlevel sollten natürlich auch die Inhaltsstoffe selbst beleuchtet werden, um ein Futter zu bewerten.

Die Zusammensetzung gibt in absteigender Reihenfolge analog zum Anteil des Inhaltsstoffes im Futter die Inhaltsstoffe an. Besonders spannend ist deshalb, was die ersten Angaben in der Zusammensetzung sind. Habt ihr beispielsweise ein "Lamm" Futter gekauft, sollte Lamm auch unter den ersten Zutaten stehen und nicht Getreide oder ein anderes Fleischprotein. Je weiter hinten das Lamm steht, desto weniger Lamm ist tatsächlich in eurem "Lammfutter" enthalten. Auch könnt ihr in der Zusammensetzung erkennen, ob billigere Füllstoffe wie Zuckerrübenschnitzel, Tierkörpermehl oder Molkereierzeugnisse verwendet werden. Sucht ihr ein getreidefreies Futter, sollte kein Weizen, Dinkel, Hafer, Roggen, Gerste, Mais, Reis oder Hirse im Futter enthalten sein.

Neben der Zusammensetzung sind die analytischen Bestandteile interessant. Der Rohfasergehalt sollte bei Trockenfuttern zwischen 2% und 4% liegen, der Rohaschegehalt unter 10%, der Rohproteinanteil sollte über 18% betragen und der Rohfettanteil die 5% überschreiten. Das optimale Calcium-Phosphor Verhältnis in den analytischen Bestandteilen sollte zwischen 1.1 und 1.9 liegen.

Die Angabe der Zusatzstoffe geben Euch zuletzt einen Überblick, ob künstliche oder chemische Zusatzstoffe hinzugefügt wurden. Künstliche Farb-, Geruchs-, Geschmacks- und Konservierungsstoffe werden häufig als Lockmittel und zur längeren Haltbarkeit in Hundefutter eingesetzt. Auch wenn viele Hunde diese unwiderstehlich finden, sind diese Stoffe unnatürlich und können gesundheitliche Auswirkungen für Eure Fellnase haben.

Welche Fragen solltet ihr Euch also bei der Betrachtung der Deklaration stellen?

        • Sind die Inhaltsstoffe und deren Anteil im Futter transparent offengelegt oder handelt es sich um eine "Black Box" bei der nur Kategorien und keine Mengenangaben angegeben sind?
        • Finde ich die in der Zusammensetzung angegebenen Inhaltsstoffe gut und passend für meinen Hund, wenn ich Allergien und Unverträglichkeiten gegen bestimmtes Fleisch oder Getreide berücksichtige? 
        • Bewegen sich die analytischen Bestandteile im Rahmen der empfohlenen Richtwerte?
        • Werden künstliche Zusatzstoffe, die ich nicht im Futter akzeptiere, verwendet?

Wenn ihr die einzelnen Teile der Futterdeklaration besser verstehen möchtet, schaut auch gerne mal auf unserem Blogbeitrag vorbei, der den Aufbau und die Arten einer Futterdeklaration erklärt.

2️⃣ Rohstoffe analysieren

Ein besonderes Augenmerk sollte in der Futteranalyse im zweiten Schritt auf den verwendeten Rohstoffen liegen.

Es stellt sich dabei einerseits die Frage, welches und wie viel Fleisch im Trockenfutter verarbeitet wird. Ein gutes Futter zeichnet sich durch einen hohen Fleischanteil und eine genaue Beschreibung des verwendeten Fleisches aus. Doch hier wird häufig getrickst. Bei einer Bewertung von Trockenfutter ist es daher wichtig, die Fleischangabe genau zu lesen, da insbesondere die Schreibweise enorme Unterschiede bedeutet. Die Bedeutung verschiedener Schreibweisen möchten wir im Folgenden anhand des Lamm-Beispiels kurz beleuchten:

  • Frisches Lammfleisch: Gibt an, dass frisches Muskelfleisch vom Lamm verarbeitet wird
  • Frisches Lamm: Gibt an, dass frisches Muskelfleisch, aber möglicherweise auch andere Teile des Lamms, z.B. Innereien und Nebenerzeugnisse wie Krallen, Hufe, Kadaver- oder Federmehl verarbeitet werden
  • Lammfleisch getrocknet / Lammfleischmehl: Gibt an, dass Muskelfleisch vom Lamm getrocknet und gemahlen wird und dann im Hundefutter verarbeitet wird
  • Lammmehl: Gibt an, dass frisches Muskelfleisch, aber möglicherweise auch andere Teile des Lamms, z.B. Innereien und Nebenerzeugnisse wie Krallen, Hufe, Kadaver- oder Federmehl verarbeitet werden
  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. Lamm): Es wird nicht deutlich, welches Tier in welchem Maß in dem Futter enthalten ist. Einzig deutlich wird, dass auch ein Anteil Lamm enthalten ist. Es ist jedoch unklar, ob es sich um Muskelfleisch, Innereien oder Nebenerzeugnisse handelt.
  • Tiermehl, Fleischmehl, verarbeitetes tierisches Protein, Trockenprotein, tierisches Eiweiß: Getrocknete und gemahlene Schlachtabfallprodukte verschiedener Tierarten werden zusammengemischt und verarbeitet

Wir empfehlen, auf eine transparente Angabe der tierischen Proteine und auf hochwertiges Muskelfleisch zu achten. Das bedeutet, euer Futter sollte entweder frisches Tierfleisch oder Tierfleischmehl enthalten.Wichtig ist, dass sich das Wort "Fleisch" erkennen lässt und sich dieses klar zu bestimmten Tierarten zuordnen lässt.

Neben einer genauen Betrachtung des verwendeten Fleisches stellt sich andererseits die Frage nach der Herkunft der Rohstoffe. Oft legen Futtermittelhersteller die Herkunft ihrer Inhaltsstoffe nicht offen. Hier empfehlen wir, beim Hersteller nachzufragen. Denn wird das Fleisch oder andere Inhaltsstoffe aus Drittländern oder aus Ländern außerhalb der EU bezogen, ist eine Kontrolle der Qualität oftmals nur bedingt möglich. Die Regularien variieren stark und genmanipulierte Rohstoffe oder Hormonmast können vorkommen.

Welche Fragen solltet ihr Euch also bei der Betrachtung der Rohstoffe stellen?

        • Kann ich eine klare Aussage darüber treffen, was für Fleisch (Tierart sowie Muskelfleisch, Innereien oder Nebenerzeugnisse) in dem Futter verarbeitet ist und entspricht dies meinen Vorstellungen für Hundeernährung?
        • Woher kommen die Inhaltsstoffe? Vor allem die Inhaltsstoffe, die den Hauptteil des Futters ausmachen?


3️⃣ Herstellungsverfahren bewerten

Ein weiterer Aspekt zur Bewertung des Hundefutters sollte das Herstellungsverfahren sein. Die meisten herkömmlichen Hundefutter werden im Herstellungsprozess auf bis zu 200 Grad Celsius erhitzt und dabei unter hohem Druck in ihre Form gepresst. Dies nennt man Extrusion - es entstehen Extrudate.

Bei der Extrusion von Hundetrockenfutter verbrennen und verdampfen einerseits wertvolle natürliche Nährstoffe und es kommt andererseits zu Luftlöchern in den Futter-Pellets. Die verbrannten Nährstoffe werden bei Extrudaten normalerweise im Nachhinein durch künstliche Zusatzstoffe wieder hinzugefügt, damit das Futter den Nährstoffbedarf des Hundes decken kann. Chemische Antioxidantien und Konservierungsstoffe sorgen bei extrudierten Futtern dann für eine lange Haltbarkeit des Futters. Die Luft in den Extrudaten sorgt außerdem dafür, dass die Futterpellets sich gerne mit Wasser vollsaugen und sehr stark aufquellen.

Ein alternatives Herstellungsverfahren bei Hundetrockenfutter ist die Kaltpressung. Dabei werden die Rohstoffe in gemahlener Form unter Beigabe von Wasser zu einer Futtermasse vermischt und bei niedrigen Temperaturen von nur bis zu 60 Grad Celsius schonend in die Pelletform gepresst. Durch die niedrigen Temperaturen bleiben Nährstoffe wie Vitamine in ihrer natürlichen Form stärker erhalten. Auch kommt es durch die hohe Nährstoffdichte bei kaltgepressten Futtern nicht zu vollgesaugten Futterpellets, wenn diese in Wasser eingeweicht werden. Kaltgepresstes Trockenfutter zerfällt zu einem Pulver und entzieht somit auch dem Hund im Magen anders als die Extrudate kein Wasser. Besteht ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung bei deinem Vierbeiner, ist kaltgepresstes Futter zu empfehlen. Bei kaltgepresstem Futter kann es jedoch aufgrund der hohen Nährstoffdichte und dem Anteil der Rohfasern zu erhöhtem Kotabsatz kommen. 

Wichtig für eine Bewertung von Futter ist, dass ihr Euch des Herstellungsprozesses bewusst seid und gemeinsam mit Eurer Fellnase entscheidet, was für Euch am besten funktioniert.

Welche Fragen solltet ihr Euch also bei der Betrachtung des Herstellungsverfahrens stellen?

        • Welche Auskünfte erhalte ich zum Herstellungsprozess?
        • Welches Herstellungsverfahren passt zu uns?

4️⃣ Preis-Leistung beurteilen

Als weiterer Aspekt für die Bewertung des Futters sollte das Preis-Leistungsverhältnis beleuchtet werden. Durch einen Vergleich ähnlicher Futtersorten anderer Hersteller sowie Deine vorangegangene Analyse der Deklaration, Rohstoffe und des Herstellungsverfahrens kannst Du ein Gefühl dafür entwickeln, ob der Preis für ein Futter angemessen ist. 

Welche Fragen solltet ihr Euch bei der Betrachtung des Preis-Leistungsverhältnisses stellen?

        • Wo liegen vergleichbare Futter preislich?
        • Was sind mögliche Gründe dafür, dass ein Futter günstig/ teurer ist? Hier könnten beispielsweise Regionalität, Lieferketten oder Nachhaltigkeit Faktoren sein, die den Preis beeinflussen.

5️⃣ Unternehmen ansehen

Zuletzt lohnt sich ein Blick hinter die bunten Bildchen auf den Verpackungen. Wer steckt eigentlich hinter einer Futtermarke? Oftmals verbergen sich größere Firmen, die eine große Bandbreite an verschiedenen Futtern anbieten, hinter den gängigen Futtermarken im Regal. Bei solchen Markenkonglomeraten haben wir die Erfahrung gemacht, dass aufgrund der unternehmensweiten, markenübergreifenden Firmenziele Umsatz wichtiger ist als das Wohlbefinden und die gesunde, ehrlich qualitativ hochwertige Ernährung der Fellnasen. Auch hinken viele große Markenkonglomerate in Sachen Nachhaltigkeit hinterher, da für diese Firmen die Masse der Kunden oft wichtiger ist als Individualität.

Verbirgt sich eine kleinere Firma hinter dem Futter stellt sich hingegen die Frage, wer denn die Personen hinter dem Futter sind, welche Motivation und Expertise sie haben und welche Erfahrungswerte andere Fellnasen mit dem Unternehmen gemacht haben. Auf der Website dieser Unternehmen findest Du normalerweise eine "Über uns" Seite sowie Kundenbewertungen, die Dir einen Eindruck vermitteln können.

Welche Fragen solltet ihr Euch also bei der Betrachtung des Unternehmens stellen?

        • Welches Unternehmen steckt hinter einer Marke?
        • Was sind die Ziele und die Mission des Unternehmens?
        • Passt das Unternehmen hinter dem Futter zu uns, unseren Werten und unserer Philosophie?

Was macht ein gutes Futter für das Alpenwuff Team aus?

Nachdem wir Euch aufgezeigt haben, wie wir uns eine Meinung über verschiedene Futter bilden, möchten wir Euch nochmal zusammenfassen, was für uns ein gutes Futter ausmacht.

Gutes Hundefutter - Checkliste

Stellt ihr Euch auch manchmal die Frage, ob Euer Trockenfutter eigentlich gut ist oder wie es im Hundefutter Test abscheiden würde? Dann schaut mal auf unserem TikTok Account vorbei, in dem wir regelmäßig Futteranalysen hochladen. Alternativ schreibt uns gerne Eure Fragen in die Kommentare! 

Eure Justus, Lea & Calu

@justus.alpenwuff
Zurück zum Blog

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.